Nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen
Immer mehr
Menschen nutzen das Netz, um sich das Leben ein bißchen einfacher zu machen.
Shoppen gehen, nach der
neuesten CD Ausschau halten oder mal eben eine
Reise ersteigern - das
Internet spart Zeit und manchmal sogar Geld!
Der
e-commerce Markt boomt und so ist es wenig verwunderlich, dass auch
Medikamente im Netz verkauft werden.
Die
virtuellen Apotheken bieten alles an, was man in
Deutschland nur schwer oder gar nicht ohne
Rezept bekommen würde.
Doch immer mehr
Experten warnen vor dem vorschnellen Mouseklick.
Medikamente, die bei uns nicht zugelassen sind, können zu einem ernsten
gesundheitlichen Risiko werden.
Fatal sind auch die
Machenschaften, mit denen viele virtuelle Apotheken die
Medikamente an den Mann, bzw. die Frau bringen wollen. Da werden
Hormonpräparate als Akne-Mittel angepriesen,
Anti-Depressiva als Konzentrationsförderer.
In
Amerika galt "Prozac", ein Anti-Depressivum, lange als der
Glücklichmacher der Reichen und Schönen. Heute schmeißt sich auch der
Durchschnittsbürger im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gerne mal eine
Happy-Pille ein, um die ein oder anderen
Probleme in den Griff zu bekommen. Das ist jetzt auch deutschen "Konsumenten" möglich, denn über das
Internet ist "Prozac" frei erhältlich. Gibt man den
Namen in eine Suchmaschine ein, findet man immerhin über 127.000 Treffer. Zwar bieten nicht alle Seiten "Prozac" auch zum
Kauf an, aber an das
Medikament zu kommen ist kinderleicht. Und das ist bedenklich!
Denn: Anti-Depressiva dürfen in keinem Fall ohne
ärztliche Verordnung eingenommen werden.
Natürlich kann man an die
Vernunft apellieren, so etwas nicht zu kaufen - aber im
WWW locken günstige Preise und die Versuchung, so etwas doch einmal auszuprobieren. So decken sich
Urlauber vor dem Flug durch mehrere Zeitzonen gerne im Internet mit dem
Hormon Melantonin ein, um dem
Jetlag zu entgehen.
Zur Zeit gibt es aber noch keine gesicherten Erkenntnisse über Wirkung und Nebenwirkung dieser
Medikamente. Ärzte warnen deshalb vor einer unkontrollierten Einnahme von
Melantonin. Noch ein
Nachteil hat das Shoppen in den
Internet-Drugstores - man hat keine Kontrolle darüber, ob das bestellte
Präparat in einwandfreiem Zustand ist.
Das das
Verfallsdatum abgelaufen ist, merkt man erst, wenn das
Medikament per Post angekommen ist. Und auch über
Lagerhaltung,
Qualitätskontrollen oder
Originalinhalt weiß man wenig, wenn nicht sogar gar nichts. Oftmals fehlt bei Ankunft der
Präparate sogar die Originalverpackung. Das ist zwar in
Amerika durchaus üblich, aber dort wird das
Medikament vom Arzt verschieben und dann vom
Apotheker in Pillenröhrchen abgefüllt.
Und noch ein Kuriosum: es gibt
Adressen im Internet, da kann man sich von einem
virtuellen Arzt ein Rezept ausstellen lassen - natürlich gegen
Cash - und damit auch rezeptpflichtige
Medikamente im Ausland via online-shopping kaufen.
Viele
Verbraucher haben schon ihre persönliche
Apotheke aus den europäischen
Nachbarstaaten im Netz entdeckt. Dort sind viele
Medikamente, wie die
Anti-Baby-Pille, um einiges - in England sogar bis zu 50 Prozent - günstiger als in der heimischen
Apotheke. Doch auch hier hat man keine Kontrolle darüber, ob man das
Originalpräparat erhält oder eine
Fälschung!
Der beste Weg an einwandfreie
Medikamente zu kommen ist immer noch der Besuch beim
Arzt, der vorher über das
Präparat und seine möglichen
Nebenwirkungen informiert. Der
Apotheker kann dann sogar noch zusätzliche
Beratung geben, wenn doch mal Fragen offen geblieben sind. Das alles kann das
Internet nicht bieten. Deshalb - lieber auf
Medikamenten-Bestellungen im Internet verzichten - auch wenn die
Preise noch so verlockend erscheinen!
Was nützt ein voller Geldbeutel, wenn die Gesundheit ruiniert ist?