Wenn Kopfschmerzen die Laune vermiesen
Fast jeder Mensch kennt
Kopfschmerzen. Es pocht, zieht, drückt oder hämmert im
Schädel, von guter Laune oder Konzentration kann
keine Rede mehr sein und eigentlich will man nur noch seine
Ruhe haben. Neben der
Migräne sind
Spannungskopfschmerzen die häufigste Kopfschmerzform. Sie kann durch
Stress, psychische oder körperliche
Beschwerden aber auch durch Angst, Ärger und sogar durch das Wetter hervorgerufen werden.
Erste Anzeichen für einen Spannungskopfschmerz ist ein
typischer Schmerz, der von Patienten als
dumpf-drückend,
ziehend oder
pressend beschrieben wird. Bildlich gesprochen fühlt man sich, als hätte man einen
Ring um den Kopf. Meist tritt der
Schmerz beidseitig auf und kann sich vom
Hinterkopf bis in die
Stirn ziehen. Man fühlt sich abgeschlagen, benommen, unkonzentriert und leistungsunfähig.
Ohne Behandlung können Spannungskopfschmerzen eine
halbe Stunde aber auch bis zu
einer Woche lang anhalten. Im Gegensatz zur
Migräne hilft bei
Spannungskopfschmerzen häufig körperliche
Bewegung.
Aber man kann noch viel mehr tun, um die lästigen Schmerzen recht schnell wieder los zu werden:
Ordnung schaffen
Oftmals forciert der
eigene Lebenswandel Spannungskopfschmerzen.
Deshalb nicht unbedingt jedesmal zur
Kopfschmerztablette greifen, sondern lieber sein
Leben erst einmal in Ordnung bringen. Das beginnt mit dem richtigen
Schlafhythmus. Wer im
Schichtdienst arbeitet, hat damit natürlich so seine
Schwierigkeiten. Alle anderen sollten sich an feste
Schlaf- und
Aufwachzeiten gewöhnen. Ein klärendes
Gespräch mit dem Arzt ist bei
Spannungskopfschmerzen sehr ratsam, denn er kann herausfinden, welche
Gewohnheiten bei der Entstehung der
Kopfschmerzen eine Rolle spielen.
Genussgifte wie Nikotin und Alkohol,
Probleme im Job oder in der
Familie sowie
mangelnde Bewegung können ein weiterer
Auslöser von Spannungskopfschmerzen sein. Ein regelmäßiger
Schlafrhythmus, ausreichend
Bewegung an der frischen Luft und die
Klärung von seelischen "Nöten" sind deshalb unbedingt erforderlich und meist besser zur langfristigen
Schmerzbekämpfung geeignet, als ein
Medikament.
Schlafen in Maßen
Wer schläft, der sündigt nicht - bekommt aber
leichter Kopfschmerzen!
Wer sein
Nickerchen gerne bis zu 10 Stunden und länger hält, wird nicht unbedingt munterer.
Mediziner gehen davon aus, dass das
Schlafbedürfnis eines Erwachsenen sieben bis acht Stunden beträgt.
Napoleon kam übrigens mit nur 4 Stunden pro Nacht aus. Ein anderer
Faktor ist der eigene
Biorhythmus, der dem aufgezwungenen
Schlafrhythmus immer vorgezogen werden sollte. Der Körper hat seine ganz persönlichen
Regenerationsphasen, die er in aller
Regelmäßigkeit einhalten möchte. Wer am
Wochenende erst mal richtig gut ausschläft, kann so die sogenannten "Wochenendkopfschmerzen" geradezu heraufbeschwören.
Durch das
lange Schlafen wird der Körper gewaltsam einer neuen
Bedingung angepasst - der
Biorhythmus zeigt dann aber schon lange "Aufstehen" an. Besser das
Wochenende nicht im Bett verbringen, sondern zur
Erholung lieber an der frischen Luft
spazieren gehen oder etwas
Sport treiben.
Gönnen Sie sich und Ihren
Sinnen öfter mal eine
Pause ...
Wenn Kopfschmerzen die Laune vermiesen
Den Sinnen eine Pause gönnen
Das menschliche
Gehirn hat zwar einen immensen "Arbeitsspeicher", irgendwann hat es aber auch einmal genug von der ständigen
Reizüberflutung.
Stundenlanges Arbeiten am Computer, langes
Lesen,
Fernsehen, aber auch laute
Musik und ein hoher
Geräuschpegel können zu gesundheitlichen
Schäden führen. Neben dem
Gehirn haben auch die
Sinnesorgane nur eine bestimmte
Belastungsgrenze.
Kopfschmerzen zeigen an, dass diese
Grenze bereits überschritten wurde.
Gönnen Sie sich und Ihren
Sinnen auch mal eine Ruhepause. Das kann zum Beispiel leise,
entspannende Musik sein oder
völlige Stille. Wenn es am
Arbeitsplatz oft laut oder hektisch ist, dann verbringen Sie Ihre
Pause doch mal an einem
ruhigen Ort, anstatt in der Geräuschkulisse der
Kantine.
Beim Arbeiten am
Computer starren Sie nicht die ganze Zeit auf den
Bildschirm. Lassen Sie ihren
Blick öfter mal schweifen - schauen Sie aus dem
Fenster, inspizieren Sie den
Raum mit Ihren Augen oder legen Sie die
Handflächen einfach mal vor das
Gesicht und schließen dabei Ihre
Augen. Der Wechsel zwischen
Fern- und
Nahsehen wirkt entspannender, als der
starre Blick auf den flackernden
Bildschirm. Sorgen Sie außerdem für eine ausreichende
Lichtquelle, damit das Sehen nicht zur "Kneistarbeit" wird.
Loslassen und entspannen
Stress ist einer der Hauptfaktoren, die
Spannungskopfschmerzen auslösen. In normalem Maße ist Stress weder
gefährlich, noch
gesundheitsschädigend.
Er ist eine ganz
normale Reaktion des Körpers auf äußere
Anforderungen. Erst durch
häufigen Stress oder
Dauerstress können leicht Störungen des
vegetativen Nervensystems auftreten.
Daraus entstehen dann
Angstsymptome und
Depressionen, die für den Körper zusätzlichen
Stress bedeuten. Diesem
Teufelskreis kann man durch gezielte
Entspannungstechniken entkommen und so auch
Verspannungen und den daraus resultierenden
Spannungskopfschmerzen entgegenwirken. Gut geeignet sind Techniken wie
Tai Chi,
Yoga und
Autogenes Training. Noch besser wirkt allerdings die
Progressive Muskelrelaxtion (PMR) nach Jacobson.
Mit dieser
Technik kann man den Körper innerhalb von wenigen Minuten entspannen und bestimmte
Körperfunktionen, wie die Pulsfrequenz, herabsetzen. Diese Technik erlernt man bei
PMR Therapeuten. Mit ein wenig
Übung kann man sie dann auch in
Stresssituationen oder bei körperlicher
Anspannung ganz leicht selbst einsetzen.
Grundidee der Progressiven Muskelrelaxtion ist das
Anspannen und
Entspannen bestimmter Muskelpartien. Durch den
Therapeuten erhält man zusätzliche Vorstellungsbilder, die die
Entspannungsübungen verstärken sollen. Rund vier Wochen dauert das
Erlernen dieser Methode. Adressen von
PMR Therapeuten gibt es bei den Krankenkassen.
Sich regen bringt Segen
Ein gutes Mittel gegen
Spannungskopfschmerzen ist ein regelmäßiges
körperliches Training. Es löst
Muskelverspannungen und baut körperlichen wie seelischen
Stress ab. Dabei sind nicht unbedingt
Höchstleistungen erforderlich, ein effektives
Workout ein- bis zweimal in der Woche bringt es auch!
Faulpelze und
Couchpotatoes sollten sich einen Ruck geben; wenn für Sie das
Training in der
Muckibude oder das Hopsen auf
Aerobic-Matten nicht infrage kommt, dann gleichen Sie Ihren
Bewegungsmangel durch 10 Minuten
Walking pro Tag aus. Das
zügige Laufen kann man auch auf dem Weg nach
Hause oder beim morgendlichen Gang zum
Bäcker einlegen. Das macht den
Kopf im wahrsten Sinne des
Wortes frei.