Schlank, gesund und fit?
Immer mehr Menschen haben eine neue Art der Lebensführung für sich entdeckt und sind begeistert: die
Blutgruppendiät ist in aller Munde.
Wie so häufig berichten
Patienten von eindeutigen Wirkungen,
Wissenschaftler sprechen von einer neuen Hokus-Pokus-Medizin.
Doch was ist nun wirklich dran an der nach
Blutgruppen unterteilten
Ernährung, mit der man
ohne Mühe lästige Pfunde abspecken soll oder an
Sportarten, die bei bestimmten
Blutgruppen effektiv sind und bei anderen kläglich versagen?
Die Blutgruppendiät setzt auf die genetischen Informationen der verschiedenen Stoffwechseltypen. Und die sind eigentlich ganz logisch: am Anfang stand die
Blutgruppe 0.
Sie gehörte den Menschen, die in der
Altsteinzeit lebten und sich hauptsächlich von
erlegten Großtieren und wild wachsenden
Früchten ernährten. Also brauchten sie ein
Verdauungssystem, das optimal die großen Mengen an
Fleisch verdauen konnte. Auch heute noch haben Menschen der
Blutgruppe 0 nachweislich mehr
Magensäure, mit der sie
tierische Nahrungsmittel und eine
eiweißhaltige Kost besser verdauen können.
Die
Blutgruppendiät folgert daraus, dass es Menschen des
Typ 0 am besten geht, wenn sie
Fleisch essen, auf
Milch,
Kartoffeln und
Weizen verzichten dafür aber auf
alternative Getreide und
Gemüse ausweichen. Da diese Menschen anscheinend direkt von den
Jägern und
Sammlern abstammen, eignen sich
aggressive und sehr
anstrengende Sportarten für sie ganz besonders.
Später entstanden aus dem
Typ 0 die
Blutgruppen A und
B erst vor rund 1.000 Jahren der
Typ AB.
Der
Typ A ist das genaue
Gegenteil vom Jäger und Sammler. Er stammt von
Ackerbauern ab und sollte sich nach der
Blutgruppendiät überwiegend
vegetarisch ernähren. Ihm geht es gut mit
vegetarischer Kost und
pflanzlichem Eiweiß. Kartoffeln sollte er meiden, verboten sind außerdem Milch, Butter und tierische Fette. Mit
Yoga und
Tai Chi soll sich
Typ A am wohlsten fühlen.
Menschen mit der
Blutgruppe B hingegen sollten
Fleisch essen, allerdings gemäßigt und nur die
roten Sorten. Weizen ist für diesen Typ nicht empfehlenswert, Kartoffeln, viel Obst und Gemüse erlaubt. Seine vollen
Kräfte soll dieser Typ durch
fettarme Milchprodukte und
gemäßigte Ausdauersportarten erhalten.
Der
AB-Typ kann
Fleisch schlecht verdauen, braucht es aber und sollte deshalb
kleine Mengen zu sich nehmen. Als
Proteinspender eignet sich
Tofu. Weizen und Milch sollte er allerdings meiden.
Meditative Bewegungsarten sollen dem
AB-Typ am besten bekommen.
Wie funktioniert die
Blutgruppendiät und für wen eignet sie sich?
Schlank, gesund und fit?
Ob
Jäger und
Sammler,
Nomade oder
Ackerbauer - wir alle stammen von dem ein oder anderen
Typ ab. Aus dieser
Entwicklungsgeschichte soll jede Blutgruppe anders auf verschiedene
Lektine (Eiweiße) reagieren.
Die These der Blutgruppendiät: Wer seine
Ernährung auf die Bedürfnisse seiner
Blutgruppe umstellt, soll schneller abnehmen, sich besser fühlen,
Krankheiten vorbeugen oder sogar dazu beitragen, dass eine bestehende Krankheit auskuriert wird. Darüber hinaus empfiehlt die
Blutgruppendiät auch die geeigneten
Sportarten für jede Blutgruppe.
So schön sich das alles anhört, es gibt auch kritische Stimmen:
Manche
Wissenschaftler verweisen darauf, dass es keine fundierten Beweise für die
Wirksamkeit dieser Ernährung gibt. Auch eine
Gewichtsabnahme gilt in Fachkreisen als eher unwahrscheinlich.
In der
Praxis ist die Anwendung der
Blutgruppendiät besonders für Menschen schwierig, die in einer
Partnerschaft leben - für jede
Blutgruppe müsste man dann nämlich einen eigenen
Speiseplan zusammenstellen. Ein
Gericht für alle zu kochen ist demnach unmöglich.
Positive Stimmen gibt es aber von
Anwendern,
Ärzten und
Ernährungswissenschaftlern. Patienten berichten zum Beispiel über eine Besserung von
Heuschnupfen,
Migräne,
Pilzinfektionen oder
Asthma und
Bronchitis. Und wie bei vielen
Diäten oder
Ernährungsformen scheiden sich hier die Geister.
Bevor man sich zu der
Blutgruppendiät entschließt, sollte man sich ausgiebig darüber informieren und auch seinen
Arzt dazu befragen. Für mehr
Aufklärung sorgen auch diverse
Bücher, die sich diesem Thema annehmen.
Besonders informativ ist das
Buch "Die Blutgruppendiät - 4 Konzepte für typgerechte Ernährung, Fitness uns Lebensführung" aus dem Falken Verlag.
Hier werden
alle Seiten - positive wie negative - beleuchtet, es werden nützliche
Tipps und
Alternativen für den Speiseplan aufgezeigt. Auch
kritische Stellungnahmen von Wissenschaftlern, Ärzten und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung finden in diesem
Buch Platz.
Die Blutgruppendiät - Beatrice Wagner, Dr. Med. Frank Liebke erschienen im Falken Verlag - ISBN 3-8068-2718-4 (DM 24,90 / EUR 12,73)